Gschicht

Wie bei der VW Werbung müssen sie sich einen Sprecher mit einer tiefen Stimme vorstellen, der dann statt “  Das       Auto   “  mit einem fundamentalen tiefen Vibrato in der Stimme sagt: “  Das       Brot   „.
Aber nun die Gschicht

 

Vorweg muss zuerst mal geklärt werden, wie man Obahunga heißen kann. Das ist keine Werbeidee, sondern der Name Obahunga war schon der Hofname vor der Brotgeschichte. Es gibt in Kolbing übrigens auch einen Unterhunga. Wäre blöd gewesen, wenn die Brot gebacken hätten. Allerdings hätte man da sagen können „Wennst Unterhunga host, host unsa Brot gessen“. Aber egal.

Nun endlich die Geschichte vom Brot, das den Namen Obahunga Brot trägt. ( Was für ein Name… ) Bitte denkt an den Sprecher mit dem tiefen Vibrato…

Damit die Geschichte nicht wie üblich in einem Stakkato aus chronischen Auflistungen von Punkten endet und auch nicht die Welt neu erklärt wird, ist der Erzählstil etwas anders geartet. So wie wir halt sind.

Vor vielen Jahren, es müssten so ca. 20 gewesen sein, hatte eine Bäuerin die Idee ihre übersprudelnde Freizeit neu zu verbringen. Die 3 großartigen Kinder waren schon ausgewachsen. Sogar die Tochter, obwohl die erst 1,54 groß war (man beendete die Hoffnung bei ca. 152, bekam allerdings dann noch 2 cm dazu geschenkt über einen Rahmenvertrag mit dem Lagerhaus).

Also die Kinder waren ausgewachsen und die aktive Kuhhaltung wurde aufgegeben. Mit einigen Schweinen, mal mit Schafen, Hühnern, mal Puten wurde die Tierhaltung noch gepflegt, allerdings war die Freizeit allgegenwärtig für die Bäurin. So hatte sie keine Kinder und auch keine Kühe mehr zu versorgen.

Sie machte einen Brotbackkurs in der Landwirtschaftsschule. Kochen war eh schon ihre Leidenschaft und nun war die Passion ( ja auch Fremdwörter werden in den Text integriert ) geboren.

Sobald hochrangige Gäste aus dem näheren Umfeld der Obahunga Irmi kamen, wurde selber gebacken. Hochrangig nur deshalb, weil die Tochter zu ihnen aufsehen musste und der Rahmenvertrag mit dem Lagerhaus auslief.

Dabei entstand die Idee soviel Brot zu machen, daß die Oberhunga Familie es nicht schafft die Menge zu essen. Notgedrungen musste es verkauft werden. Durch Mundpropaganda wurden die Kunden immer mehr. Deshalb verließ sich Irmi nicht mehr nur auf ihre Hände. Ein Teigkneter wurde gekauft.

Es folgte ein Backofen und 2 Jahre drauf wieder einer, damit der 1. nicht so alleine war. Es wurde nämlich nicht täglich gebacken.
Tja, nun werden sie sich fragen, wenn der Backofen einen Kompadre (auch der spanische Einfluß, soll in dieser Geschichte nicht vernachlässigt werden) hatte, wie ergeht es da dem Teigkneter? Richtig, er war einsam. Bäurin Irmi, ausgestattet mit einem großen Herz, hatte ein Einsehen. Sie erwarb einen größeren Teigkneter. Nicht nur um dem kleineren einen Gefallen zu tun, sondern auch, weil es der Wasserburger Bauernmarkt erforderlich machte.

Für den Wasserburger Bauernmarkt hatte Irmi nicht nur Bauernbrot zu backen. Nein es musste auch der Bruder des Brotes, die Semmel mitgeliefert werden.

Von der übersprudelnden Freizeit war für Irmi nun nicht mehr viel übrig. Deshalb beendete sie nach ca. 4 Jahren die Teilnahme am Markt in Wasserburg.

Die privaten Kunden wurden mehr. Das Brot konnte nun nicht mehr ausgefahren werden. Was sehr schade für das Brot war, weil es sich immer auf die Tour freute.

Wieder etwas später wurde es an 2 Tagen heiß im Oberhungerhof. Die Chefin belieferte nun, nur mit Bauernbrot, den Endorfer Bauernmarkt an einem Tag und am anderen den Rest.

Nun wird es etwas dramatischer, aber keine Sorge es ist noch einigermaßen im Rahmen.

Die Mutter der Brotgeschichte ( an dieser Stelle weist der Erzähler darauf hin, unbedingt eine kurze Pause zu machen, das ist der Dramaturgie geschuldet ) erkrankt und wird in einem Krankenhaus über eine Woche behandelt.

In der Zeit, in der der Alltag meist horizontal bewältigt wird, reift in ihr der Entschluss, einen Teil der Brotgeschichte wieder einzustampfen.

Sohn Nr. 1 (vom Alter her ) erzählt sie es bei einem Besuch. Dieser überlegt es sich, fragt einen Spezl und schon kann die Geschichte weitergeschrieben werden.

Nach dem Krankenhaus ist Irmi wieder die Alte (nicht nur bei ihrem Mann ). Ihre Aufgabe ist es nun den beiden aufstrebenden Bäckergesellen ihr Wissen weiterzugeben. Eine Ausbildung die kein Zuckerschlecken ist. Erkennbar allein schon an der Tatsache, weil Irmi am 3. Tag der Lehre den Spitznamen General erhält.

Im März drauf wird das 1. Brot der beiden Lehrlinge auf die Menschheit losgelassen. Widererwarten kommt keiner zu Schaden.

Irmi, wieder auf dem Höhepunkt ihrer schöpferischen Phase entwickelt ( hier sollte eigentlich kreirt stehen, allerdings weiß der Erzähler nicht wie es zu schreiben ist, trotz Google) entwickelt ein 100% Roggenbrot ohne Hefe. Ein Jahr später werden ein 100% reines Vollkornroggenbrot und ein Landbrot nachgeschoben. Ein hoch auf unseren General.

Seit dieser Zeit wird auf Hefe komplett (außer bei Landbrot) verzichtet. An die Fa. Wieninger Hefe „Es lag nicht an euch“.

Dies ist die Brotgeschichte von Irmi mit viel Freizeit bis über den General zum Obahungabrot.

Ab Mai 2011 kommt ihr (das ist nun ebenso wie der Rest wahr) die geniale Idee Brotchips zu machen.

Den Rest dieser Geschichte seht ihr auf den anderen Seiten dieser Seite.

(rein schriftstellertechnisch nicht zulässig, 2x Seiten so kurz hintereinander, aber wir haben einen Arbeitskreis gebildet, uns mehrere Male getroffen, einen Mediator bemüht und sind auf den Schluss gekommen: Es ist uns wurscht)

Die Punkte der Zeit (ja man kann das auch umdrehen) lassen sich in historischen Schritten folgendermaßen gliedern:

Gehversuche

Regro (Edeka in der Region)

Kinowerbung

Rahmenvertragsverlängerung, Schwester wieder 2cm mehr

Verkauf im Kino Rosenheim, citydome

Noch 3 Kinos usw.

Wie es weiter geht? Tja wie sagt mein Namenskollege: „Schaung mer moi“

Ach ja und gedinkelt wird jetzt auch beim Weißbrot.